Surfen in Costa Rica von Phillip Sademann> Página principal    
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Tipps für alle surf- und strandbegeisterten
Praktikanten des Centro-Goethe
 
     
     
 

 

Costa Rica bietet als kleines Land mit zwei Küsten ein vielfältiges Angebot an Surfmöglichkeiten. Sowohl an der Atlantik- als auch an der Pazifikküste kann man gute Bedingungen in traumhafter Umgebung finden. Die Karibikküste empfiehlt sich vor Allem im Sommer ( d.h. in der Trockenzeit ), während am Pazifik das ganze Jahr über gesurft werden kann. Um sich schon vor Abfahrt in Richtung Küste über die verschiedenen Strände bzw. deren Surfmöglichkeiten sowie die zu erwartenden Wellengrößen zu informieren, bieten sich eine Reihe von Internetseiten an. Besonders empfehlen kann ich dabei: wannasurf.com und den auf dieser Seite enthaltenen Surfatlas. Hier findet man Informationen über eine Vielzahl von Stränden und die dortigen Bedingungen. Um sicherzugehen, dass es an dem Tag, für den man einen Ausflug plant, Wellen geben wird, bzw. diese nicht zu groß sein werden ( was auch oft genug vorkommt ) kann man verschiedene Seiten nutzen, die bereits einige Tage im Voraus die Wellengröße antizipieren. Hierbei habe ich vor allem mit: swellwatch.com und magicseaweed.com gute Erfahrungen gemacht.

Obwohl man sich anhand des Internets und einschlägiger Reiseführer recht gut im Vorfeld informieren kann, möchte Ich Euch einige meiner hier gesammelten Erfahrungen mit auf den Weg geben, um Euch Eure Reiseplanungen zu erleichtern. Hier also einige Kommentare meinerseits zu den Orten, die ich während meiner Zeit hier im Centro-Goethe mit dem Surfbrett unter dem Arm bereist habe:

 

 

Jaco:

Jaco bietet einen langen, wenn auch nicht sehr ansehnlichen Strand. Aufgrund der Länge, über die sich der Strand erstreckt, wird man an diesem Beachbreak wahrscheinlich zu jeder Zeit des Jahres eine Stelle finden können, an der man relativ ungestört surfen kann. Jaco bietet auch für Anfänger gute Bedingungen, solange die Wellen nicht zu groß sind. An einigen Stellen des Strandes gibt es zudem Rettungsschwimmer, was vor allem für Anfänger von Interesse sein sollte. Das Surfen in Jaco setzt eine gute Fitness voraus, da es meist sehr schwierig ist, aufs Meer hinaus zu paddeln. Ich habe dies immer als sehr negativ empfunden.

Noch einige Worte zum Ort selbst: Jaco ist, wahrscheinlich aufgrund seiner Nähe zur Hauptstadt, der touristisch am „besten“ erschlossene Ort. D.h. Euch erwarten eine Unmenge an Hotels, Cabinas, Restaurants, Schnellrestaurants und Nachtleben. Allerdings sind die verschiedenen Anlaufstellen doch sehr stark auf Massentourismus ausgelegt. Ich würde es als so etwas wie den „Ballermann“ Costa Ricas beschreiben, also nicht unbedingt jedermanns Sache. Abends wird zudem augenscheinlich, dass Prostitution ein weiteres Problem des Ortes ist. Vor allem im Umfeld der „Monkey Bar“ sollte man zu später Stunde vorsichtig sein.

Ein Grund trotzdem nach Jaco zu fahren, könnte sein, dass man noch auf der Suche nach dem richtigen Equipment für kommende Wochenenden ist. Es gibt viele Surfshops und man kann vergleichsweise günstig gebrauchte sowie auch neue Bretter kaufen oder mieten.

Die Anreise nach Jaco ist unkompliziert und kurz. Der Bus fährt an der Coca-Cola-Haltesstelle in relativ kurzen Intervallen ab. Eine günstige und empfehlenswerte Unterkunft ist das Hotel Haans im Zentrum des Orts.

 

Playa Hermosa:

Nur etwa 5 km südlich von Jaco befindet sich dieser Strand. Sowohl der Ort als auch das Surfen hier unterscheiden sich grundlegend von Jaco. Die Wellen, die hier auf dunklen Sand brechen, sind immer deutlich (!) größer als in Jaco und verlangen den Wagemutigen, die hier surfen Mut und Können ab. Die Wellen des Beachbreaks bauen sich schnell auf und brechen mit viel Kraft. Man sollte also am besten schon einiges an Erfahrung mitbringen, wenn man hier surfen möchte, da man sich und vor allem auch sein Brett ( ich musste mich hier von einem sehr Liebgewonnenen verabschieden ) sonst in Gefahr bringt. Da auch dieser Strand sehr lang ist, findet man auch hier beinahe leere Peaks.

Der Ort ist sehr viel ruhiger als Jaco und sehr stark auf Surfer ausgerichtet. Man findet günstige Cabinas, in denen man sich von einem anstrengenden Surf ausruhen kann. Es gibt auch einen Supermarkt; wenn dieser allerdings geschlossen ist, muss man für Einkäufe bis nach Jaco fahren. Das Nachtleben beschränkt sich auf ein Zusammensitzen vor der Cabina. Wie bereits oben erwähnt, beschränkt sich das Angebot des Ortes stark auf das Wellenreiten.

Um von San José aus Playa Hermosa zu erreichen, kann man entweder den Bus nach Quépos nehmen und kurz nach Jaco aussteigen oder nach Jaco fahren und von dort ein Taxi für etwa 6 Dollar nach Playa Hermosa nehmen.

 

Manuel Antonio:

Dieser Strand liegt südlich von Quépos und somit südlich von Jaco und Playa Hermosa am Pazifik. Der dortige Nationalpark ist zu Recht sehr bekannt und viele von Euch werden wahrscheinlich eh deshalb nach M.A. fahren wollen. Der Park ist unglaublich schön und unbedingt einen Besuch wert.

Obwohl M.A. nicht unbedingt für seine Surfmöglichkeiten bekannt ist, kann es sich lohnen, das Brett einzupacken. Vor allem für Anfänger kann der sehr flach ins Meer abfallende Strand gute Bedingungen zum Lernen bieten. Die Wellen sind an diesem Beachbreak kleiner als an den anderen Breaks der Küste, weshalb man hier meist nur surfen kann, wenn der Pazifik großen Swell produziert. Da eine vorgelagerte Insel viel der ankommenden Wellen abfängt, sollte man es am nördlichen oder südlichen Ende der Bucht versuchen, da die Wellen dort meist weniger abgeschwächt einlaufen. Am nördlichen Ende passiert man einen Felsen, bevor man den eigentlichen Surfstrand erreicht. Passt dort besonders auf, da es einige Felsen gibt, die man bei Flut nicht sieht. Surft dort nicht alleine und sprecht am besten mit einheimischen Surfern.

M.A. selbst ist eigentlich gar kein richtiger Ort, sondern eher eine Ansammlung von Hotels, die sich am Hang bis hinunter zum Strand erstrecken. Die Unterkünfte hier sind meist teurer als in anderen Orten. Billige Unterkünfte findet man in Quepos. Zwischen Quépos und M.A. fahren regelmäßig Busse, so dass es sich anbietet in Quépos unterzukommen.

Von San José aus fahren Direktbusse bis nach Quépos, die etwa 4,5 Stunden brauchen.

 

Dominical und Umgebung:

Noch weiter südlich befindet sich das ebenfalls an der Pazifikküste gelegene Dominical. Wie auch bei den zuvor beschriebenen Stränden handelt es sich auch in diesem Fall um einen Beachbreak. Auch hier ist Fülle kein Problem, da der lang gestreckte Strand unzählige Möglichkeiten bietet und sich die Surfer somit verteilen. Die Wellen hier sind schnell und kraftvoll, weshalb ich auch in diesem Fall Anfängern von einem Besuch abraten würde. Abgesehen von den sehr verlässlich brechenden Wellen ist der Strand auch nicht besonders attraktiv.

Südlich schließt sich eine weitere Bucht namens Dominicalcito an die lange Bucht von Dominical an. Man kann dorthin laufen. Zunächst geht es am Strand entlang, dann am Ende der Bucht von Dominical führt allerdings ein kleiner Pfad hinauf zur Straße und man muss ein Stück entlang der Straße laufen, um die Felsen am Ende des Strands von Dominical zu überwinden. Wie der Name schon andeutet, handelt es sich bei Dominicalcito um eine kleinere Version von Dominical. Dies trifft in jeglicher Hinsicht zu. Die Wellen sind nicht ganz so groß wie bei dem großen Bruder und der Ort ist kaum als solcher zu bezeichnen, da es sich lediglich um eine winzige Ansammlung von Häusern handelt.

Der Strand selbst ist schöner als Dominical, allerdings sollte man sich beim Surfen vor Steinen in Acht nehmen.

Noch weiter in Richtung Panama liegt ein weiterer Playa Hermosa. Die Taxifahrt dorthin kostet etwa 8 Dollar. Am nördlichen Ende des Strandes fließt ein Fluss ins Meer. Südlich des Flusses erstreckt sich ein weiterer Beachbreak. Ich bin dort nicht surfen gegangen, habe mir aber sagen lassen, dass die Wellen dort normalerweise etwas schwächer seien als in Domincal und es sehr anstrengend sei hinauszupaddeln. Am nördlichen Ende des Strandes, auf der anderen Seite des Flusses kann man einen Point-Break surfen. Passt auf, wenn ihr den Fluss durchquert, da die Strömung oft stärker ist, als man anfangs annimmt. Der Boden der Bucht des Point Breaks besteht aus Steinen, also seid auch hier bitte vorsichtig! Man kann am nördlichsten Ende nahe der mit Dschungel bewachsenen Felsen leicht herauspaddeln, da dort eine Strömung in Richtung Meer verläuft und man keine brechenden Wellen überwinden muss. Diese werden durch  vorgelagerte Felsen abgehalten. Sobald man diese Felsen erreicht hat, paddelt man in Richtung Mitte der Bucht, schnappt sich eine der Wellen und… lässt sich wieder am Rand geschützt vor den einlaufenden Wellen herausziehen. Sehr schöner Platz zum Surfen, aber auch nicht ungefährlich aufgrund der Felsen. In Playa Hermosa gibt es kaum Unterkünfte oder Verpflegung, weshalb ich von einer Übernachtung dort abraten würde.

Dominical habe ich als einen eher ruhigen Ort kennen gelernt. Die Schotterstraßen des Ortskerns deuten darauf hin, dass der ganz große touristische Ansturm noch bevorsteht. Billige Unterkünfte gibt es in Strandnähe sowie auch Einkaufsmöglichleiten und einige Bars und Restaurants.

Man kann entweder über Quépos entlang der Küste anreisen oder durchs Landesinnere über San Isidro. Letzteres hat sich für mich als bequemer herausgestellt, da die Fahrt kürzer ist. Zudem bieten sich bei der Fahrt über San Isidro beeindruckende Ausblicke über die Gebirge im Inland.

 

Playa Tamarindo und Umgebung:

Playa Tamarindo ist eine wunderschöne lange Bucht in Guanacaste. Der südliche Teil der Bucht wird durch eine Insel, die einige hundert Meter vor der Küste liegt, weitgehend abgeschirmt, weshalb die Wellen hier nur sehr abgeschwächt den Strand erreichen. Für Anfänger können sich hier auf diese Weise in Verbindung mit dem flachen Sandstrand perfekte Bedingungen ergeben. Obwohl die Wellen weiter im Norden etwas größer sind, können auch hier Surfer mit wenig Erfahrung normalerweise bedenkenlos ins Wasser gehen. Besonders in der Nähe der Flussmündung formt die lang gezogene Muschelform der Bucht oft saubere und sehr vorhersehbare Wellen. Da sehr viele Surfschulen in Tamarindo Unterricht erteilen und der Strand ein sehr beliebter Anlaufspunkt in C.R. ist, kann es im Wasser voll werden.

Im Süden von Tamarindo liegt Playa Langosta. Man kann entweder entlang der Straße von Tamarindo aus Richtung Süden laufen ( oder ein Taxi nehmen ) oder bis zum Ende der Bucht entlang des Strandes laufen und dort über einen kleinen Pfad durch den angrenzenden Wald die Felsen umgehen, um dann weitere 10 Minuten am Strand entlang zu laufen, bis man eine Flussmündung erreicht. An der Flussmündung brechen größere Wellen als in Tamarindo, weshalb erfahrene Surfer oft dahin ausweichen. Auch hier kann es allerdings voll werden.

Wie Jaco ist auch Tamarindo sehr touristisch. Auch hier bedeutet dies, dass man keine Schwierigkeiten haben wird, eine Unmenge von Restaurants, Hotels usw. zu finden. Auf der anderen Seite bedeutet es aber auch, dass man hier bestimmt weder Zurückgezogenheit noch besonders außergewöhnliche Ambiente finden wird. Zudem ist Tamarindo spürbar teurer als viele andere weniger erschlossene Orte in Costa Rica.

Die Anfahrt mit dem Bus dauert über 6 Stunden, ist aber ansonsten unkompliziert, da es Direktverbindungen gibt.

Playa Grande liegt im Norden von Tamarindo. Der dortige Beachbreak wird oft als der verlässlichste Surfspot in C.R. bezeichnet. Der Strand verläuft nur leicht gekrümmt, weshalb die Wellen kraftvoll auf das Land prallen. Die besten Wellen brechen in der Mitte des Strandes in der Nähe des Hotels Tortuga, allerdings ist es dort schon morgens um 6 Uhr überlaufen, was vor allem für Surfer, deren Niveau unter dem der Einheimischen  liegt, ein Problem sein dürfte.

Der zu Playa Grande gehörige Ort ist ein verschlafenes kleines Nest, das noch nicht einmal einen Ortskern hat. Es gibt ein einziges winziges Geschäft und wenige Bars, die meist zu den spärlich gesäten Hotels gehören. Wer auf der Suche nach Ruhe und Abgeschiedenheit in der Natur ist, wird all dies hier finden. Wie auch in Tamarindo ist auch Playa Grande etwas teurer als vergleichbare Orte im Süden.

Es bietet sich an mit dem Bus bis nach Tamarindo zu fahren und von dort mit dem Taxi für etwa 20 Dollar nach Playa Grande weiterzufahren.

 

Mal Pais:

Im äußersten Süden der Nicoya-Halbinsel streckt sich ihr westliches Ende dem Meer entgegen. Dort, gegenüber von Puntarenas auf dieser Seite der Bucht von Nicoya, liegt Mal Pais. Wie die geographische Lage schon vermuten lässt, ist dieser Ort mit sehr, sehr guten Wellen gesegnet. Der Dschungel erstreckt sich bis an den langen Strand, dessen Beachbreak genug Platz für alle bietet, die sich dort vergnügen wollen.

Da der Tourismus diese Ecke C.R. aufgrund mangelnder Infrastruktur erst vor nicht allzu langer Zeit erreicht hat, konnte der Ort seinen Charme bis jetzt erhalten. Einige Hotels werden durch wenige Bars und Geschäfte ergänzt. Besonders durch den bis an den Strand reichenden dichten Dschungel und die spärliche Beleuchtung bei Nacht fühlt man sich in angenehmer Abgeschiedenheit und fernab vom Rest der Welt.

Dazu trägt auch die lange und beschwerliche Anfahrt über Straßen in sehr schlechtem Zustand bei. Von San José aus fährt man zunächst nach Puntarenas, um dort mit der Fähre ( schöne Überfahrt ) nach Tambor überzusetzen. Von dort geht es mit dem Bus oder Taxi weiter nach Montezuma, von wo aus man in einer letzten Etappe mit dem Bus nach Mal Pais gelangt. Insgesamt dauert die Anreise etwas 5 bis 6 Stunden, stellt aber an sich schon ein Erlebnis dar.

Natürlich hat Costa Rica neben den hier aufgeführten Spots noch unzählige andere Strände zu bieten. Lasst Euch von den teilweise langen Anfahrtszeiten mit dem Bus nicht abschrecken. Die Fahrten mit den öffentlichen Bussen sind nicht nur eine billige, sondern auch schöne Möglichkeit Land und Leute kennen zu lernen. Man sieht die unglaublichen Landschaften C.R. vorbeiziehen und die Zeit vergeht wie im Flug. Also, lernt dieses wundervolle Land kennen!! 

Philipp Sademann ( bei Fragen: sademannphilipp@hotmail.de )

 

COSTA RICA / ALEMANIA

 

 
     
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